Boooring

Paris bei Nacht Schon relativ früh am Morgen verlassen wir Las Vegas, denn heute haben wir die längste Teiletappe unserer Reise vor uns. Bis nach Tulare, unserem Ziel für den heutigen Tag, sind es knapp 700 km. Es heisst zwar immer, daß dies für amerikanische Verhältnisse keine Entfernung sei, jedoch haben wir immer noch Temperaturen jenseits der 40 Grad und die Geschwindigkeitsbegrenzung von 55 Meilen auf allen Strassen tut ihr übriges. Wir könnten zwar schneller wenn wir wollten, aber auf eine Nacht im Knast haben wir es nun wirklich nicht abgesehen. Deshalb
versuchen wir jeden Kontakt mit den Cops zu vermeiden (was uns wieder zu der Frage mit dem Trinkgeld bringt).

"Coole Gegend hier, hier zieh ich hin." Georg beim Blick auf das Death Valley

Nicht Venedig - auch wenn der Schein trügt Die einzige Attraktion auf unserem heutigen Weg ist der Death Valley National Park. Wir verstehen zwar nicht, was an diesem Ort so schützenswert ist, dass man einen National Park daraus gemacht hat, aber wir sind ja auch nicht hier, um die Aliens zu verstehen. Das kann sowieso überhaupt gar keiner. Wir, als erfahrene Gesteins-Geologen, gehen davon aus, dass wir selbst auf dem Mars mehr Landschaft gesehen hätten als hier. Dafür überholen uns mitten im Nirgends drei Mini Cooper (einer davon mit Anhänger – man, sieht das kagge aus), die es im Juli 2001 eigentlich noch gar nicht gegeben hat und ein Kampfjet vom Typ F16 oder F18. Leider lässt sich der Typ nicht genau ermitteln, da uns nur 4 Sekunden Zeit bleiben ihn zu identifizieren, bis er in ca 50 Meter Höhe über uns hinweg gedonnert ist.

Waterworld Aliens vs. Gesteins-Geologen

Zwischenstopp in New York Zweimal wagen wir es, das Auto zu verlassen und zwar einmal an einer Stelle, an der man mitten in der Schotterwüste ein paar strahlend weiße Sanddünen besichtigen kann und das zweite Mal am Zabriskie Point, von dem man die am tiefsten gelegene Stelle der westlichen Hemisphäre überblicken kann, welche ca. 280 Fuss, also 93 Meter, unter NN liegt. Wir als erfahrene Gesteins-Geologen versuchen uns vorzustellen wie es hier aussehen würde, wenn der Pazifik mal kurz über die Hügel in dieses Becken schwappt. Dann würde man auch wieder vielmehr verrückte Aliens mit ihrem Wasserspielzeug… aber wir schweifen schon wieder ab. Und wo wir gerade dabei sind: Die beschissensten Jobs Amerikas: Gesteins-Geologe im Deathvalley.

Zapping, Teil 3

Sagenhaft, dieses Death Valley Gegen Abend erreichen wir nach einem anstrengenden Tag Tulare und haben jetzt eigentlich genug vom Auto fahren für die nächsten 3 Wochen. Schade nur, dass das eigentlich niemanden interessiert. Der Fernseher wird auch noch mal kurz zur Informationsgewinnung benutzt. Der Radioempfang im Death Valley war geradezu tödlich. Dem armen, kleinen, einarmigen, 9jährigen Jungen fehlt immer noch ein Arm. Vermutlich ist dieser ebenso untergetaucht wie Chandra Levy. Deren Arbeitgeber (der halbseidene Politiker) will sich sogar freiwillig einem Lügendetektortest unterziehen, um zu beweisen, dass er nichts damit zu tun hat (solche Stimmen sind nämlich laut geworden). Und hier die Wetterausichten für das Death Valley für die nächsten 100 Jahre: Tagsüber sonnig bei geringer bis keiner Bewölkung und Höchsttemperaturen bis 50 Grad im Schatten. Nachts sternenklar bei Tiefstwerten um den Gefrierpunkt. Ach ja: Der Rest der Welt ist in Urlaub, deshalb heute keine Nachrichten aus dem Ausland.

Über diesen Artikel

Author: Sören

Veröffentlicht: 18. Juli 2001

Kategorie: Urlauben

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