Schnee auf San Francisco

Grand Canyon mit Colorado - Dried out Heute wollen wir den Grand Canyon besuchen, einen der vermeintlichen Höhepunkte unserer Reise. Der Weg führt uns langsam aber sicher aus den wüstenähnlichen Landschaften hinaus in höher gelegenere und grünere Gegenden. Links und rechts der Straße erstrecken sich Nadelwädler, die teilweise durch Waldbrände zu einer Ansammlung von verkohlten Stängeln und Stümpfen mutiert sind. Im Hintergrund – so verrät uns unser Reiseführer – können wir die Gipfel der San Francisco Mountains erkennen. Eigentlich sollten diese fast immer schneebedeckt sein, jedoch scheint dies nicht Ende Juli zu gelten. Immerhin erkennen wir eine kleine weiße Stelle, die wir als Rest eines Gletschers identifizieren. An einem Rastplatz gönnen wir uns eine Pause und stapfen auf einem markierten Wanderweg ein wenig durch’s Gestrüpp, was jedoch abgesehen von der Aussicht auf einen komplett niedergebrannten Berg nicht besonders spektakulär ist.

Der Preis ist heiss…

Uranmine im Grand Canyon National Park Schliesslich erreichen wir von Süden den Grand Canyon National Park. Wir überlegen eine Zeit lang, ob wir evtl. die Besichtigung per Helicopter oder Sportflugzeug vorziehen wollen, jedoch schrecken uns die gesalzenen Preise ab, so dass wir uns für den Wanderweg am Südrand des Canyons entschließen. Am Eingang beobachten wir eine alte Dampflok der Grand Canyon Railway, die mit Ächzen, Schnaufen und ohrenbetäubendem Lärm gerade zur Reise nach nirgendwo startet. Hinter dem Eingang liegen 2 Milliarden Jahre Erdgeschichte, die nur darauf warten von uns erfahrenen Gesteins-Geologen erforscht zu werden.

…das Wetter auch

Grand Canyon kurz vor Feierabend Wir erkunden die Gegend und das riesige vor uns liegende Loch auf dem Rim Nature Trail, der uns in Richtung Westen bis zu "Hermits’ Rest" führt. Auf diesem ca. 8 Kilometer langen Pfad beobachten wir Maultier-Karavanen, die den Abstieg in den Canyon hinein wagen und bewundern Felsformationen in fast allen erdenklichen Farben und Formen. In einem Anflug von Selbstüberschätzung wagen auch wir einen Abstieg. Wehte auf dem Rim bei ca 35 Grad Celsius im Schatten noch ein angenehmer Wind, so ist dieser abrupt verschwunden sobald man mit seinem Kopf unterhalb der Kante des Rims ist. Übrig bleibt nur noch unerträgliche Hitze und eine Gegend ohne Vegetation, d.h. Schatten. Nicht umsonst wird einem empfohlen, einen Abstieg vor 8 Uhr morgens oder erst nach 17 Uhr Abends zu beginnen. Für uns auf jeden Fall zu anstrengend, woraufhin wir uns nach wenigen Höhenmetern schon wieder an den Aufstieg machen.

Mörderische Eichhörnchen

Desert Point View - in der Tat, sehr viel Wüste Nicht unerwähnt sollte hier die mannigfaltige Fauna bleiben, die zum größten Teil aus Squirrels besteht, welche den kleinen Kindern die Süßigkeiten klauen und hinter jedem Stein lauern können. Wir fragen uns, ob es bei einem namentlich nicht näher bekannten, 9jährigen Jungen aus Florida nicht vielleicht ähnlich war und er von einem heimtückisch auf Süssigkeiten lauernden Hai die Tüte – und den Arm – weggerissen bekommen hat. Aber wir schweifen ab. Nachdem wir unsere Wanderung nach ca. 5 Stunden hinter uns gebracht haben fahren wir mit einem Bus zurück zum Parkplatz und brechen auf in Richtung Page am Lake Powell.

Waterworld Aliens, Teil 2

Die Brücke kenne ich doch... Schon auf der Strasse, jedoch noch im National Park machen wir einen schnellen Stop am “Desert Point View” welcher uns weitere atemberaubende Aussichten über den Grand Canyon bietet. Durch die malerische "Painted Desert", in der immer wieder kleine indianische Verkaufsstände die Straße säumen, finden wir schließlich unseren Weg nach Page, welches übrigens Schauplatz des ziemlich kurzweiligen Hollywood-Streifens Evolution aus dem Jahre 2001 ist. Einen hohen Wiedererkennungswert hat dabei die Stahlbrücke, die sich vor dem Glen Canyon Dam und Lake Powell über die Felsschlucht spannt. In dem Film geht es übrigens um blauen, außerirdischen Schleim, der mit einem Meteoriten angereist kommt und sich ratzfatz in Aliens verwandelt. Manchmal gewinnt man den Eindruck, dass manch Amerikaner auf ähnliche Weise entstanden ist…

Über diesen Artikel

Author: Sören

Veröffentlicht: 15. Juli 2001

Kategorie: Urlauben

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