Reisen im Fieberwahn

Frischwasser Reservoir für halb Neuengland Der Tag fängt schon irgendwie komisch an. Ich fühle mich lustlos und irgendwie krank. Heimweh? Vielleicht. Ich drehe vormittags noch eine kleine Runde durch Amherst, das sowieso auf meinem Weg liegt, um dann in Richtung Osten zu fahren. Ganz in der Nähe liegt ein Stausee, der für halb Neuengland und New York die Trinkwasserversorgung sichert. So langsam dämmert mir, dass es wohl eher leichtes Fieber ist, was ich habe. New York lässt grüssen.

Wasser, das freie Gut

Bitte nicht rein spucken Fantastisch. Natur pur. Hier ist nichts los. Ich parke den Wagen, schlender ein bisschen am Ufer umher und mache ein paar tolle Fotos. In regelmäßigen Abständen stehen Schilder, die einem das Verschmutzen des Wassers verbieten und sogar auffordern, doch bitte Abstand vom Ufer zu halten. Ich entscheide mich, straffällig zu werden und probiere sogar von dem Wasser. Sehr lecker. Allerdings verstehe ich nicht, warum sogar das Wasser in Neuengland gechlort aus dem Hahn kommt.

Das Wandern ist des Amerikaners Lust

Rhode Island Ich bin irgendwie ziemlich fertig. Es ist erst Mittag, ich bin ziemlich müde und schwitze, obwohl es heute gar nicht so warm ist. Ich entscheide mich, am See noch spazieren zu gehen. Ein Wanderweg ist ausgeschildert. Ich bin gespannt. Die Amerikaner sind ja jetzt nicht unbedingt als Fußgänger verschrien. Und siehe da, nach einem Kilometer gleicht der Wanderweg einem Dschungelpfad.

Narkolepsie

Golfen am Ende der Welt Der Rest des Tages versinkt im Fiebertraum. Irgendwie schaffe ich es, die halbe Strecke bis Boston zurückzulegen. An einem der wenigen Highway-Rastplätze mache ich so gegen 16 Uhr ein kurzes Nickerchen. Danach arbeite ich mich irgendwie über Rhode Island weiter in Richtung Boston vor. Dabei fahre ich auf einer immer schmaler werdenden Straße in Richtung Küste, bis diese in einer Sackgasse endet mit einem Golfplatz an der Spitze. Strange. Abends um 9 bin ich völlig fertig. Ich muss schlafen. JETZT. Also, wieder Highway-Rastplatz und dort zurückgelehnt. Zumindest billig ist es. Um so weiter man Richtung Cape Cod und Boston kommt, umso schwerer ist es überhaupt noch ein Motelzimmer zu bekommen.

Über diesen Artikel

Author: Sören

Veröffentlicht: 23. September 2000

Kategorie: Urlauben

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